Das passiert im Europa-Park, während er geschlossen ist
Diese Frage stellen sich viele von euch: Warum schließt der Europa-Park jedes Jahr für mehrere Wochen und warum ist diese Pause so wichtig? Auf den ersten Blick könnte man meinen, es handelt sich einfach um eine kleine Verschnaufpause für den Park. Doch hinter der scheinbaren Ruhe verbirgt sich eine minutiös geplante Instandhaltungszeit, die Sicherheit, Qualität und das außergewöhnliche Erlebnis garantiert, das ihr und die anderen Millionen Besucher jedes Jahr erwarten.
Vielleicht stellt ihr euch vor, ihr könntet euch in der Nebensaison wie kleine Mäuschen durch den Park schleichen und den Europa-Park ganz für euch allein genießen. Die Realität sieht anders aus: Hier wird geschraubt, dort gestrichen und an anderer Stelle geprüft und kontrolliert. Vor den Attraktionen glänzen die Züge im winterlichen Sonnenlicht, während zahlreiche Blumenbeete dank der sorgfältigen Arbeit der Gärtner bald wieder in voller Pracht erstrahlen.
Sicherheit geht vor!
Schwindelfreiheit gehört für die Mechaniker zum Berufsalltag. Die Mitarbeitenden tragen spezielle Schutzausrüstung und sichern sich direkt an den Attraktionen. Der Euro-Tower ragt 75 Meter in die Höhe, Silver Star erreicht 73 Meter. Jedes Jahr wird das Personal für Arbeiten in großen Höhen geschult und arbeitet eng mit der Werksfeuerwehr zusammen, in deren Reihen sich speziell ausgebildete Kletterer finden.

Was passiert hinter den Kulissen?
Um besser zu verstehen, was in dieser Zeit geschieht, haben wir mit Björn Zimmer gesprochen. Er ist einer von fünf Teamleitern der Mechanik. Er erklärt: Die größte Herausforderung in dieser Phase ist die Zeit. Die Fristen sind eng, alles muss koordiniert und überprüft werden. Die Zeitpläne müssen also perfekt ineinandergreifen, damit Demontage und Wiederaufbau termingerecht abgeschlossen werden können.
Für die Teams ist die Nebensaison die intensivste Zeit des Jahres. Zwar werden die Attraktionen das ganze Jahr über gewartet, doch im Winter stehen die die großen Revisionen an: Demontage, Kontrolle und Erneuerung folgen Schlag auf Schlag und alles muss rechtzeitig zur Wiedereröffnung bereit sein.
In der Nebensaison zerlegen und überprüfen die Teams die Attraktionen deutlich intensiver, als es während des laufenden Betriebs möglich wäre. Fahrgeschäfte werden je nach Wartungsrhythmus teilweise oder vollständig demontiert. So wurde zum Beispiel der Jungfrau-Gletscherflieger in diesem Winter komplett zerlegt und umfassend erneuert. Bauteile werden kontrolliert, überarbeitet und vollständig neu lackiert. Bei Achterbahnen werden einzelne Züge komplett auseinandergebaut, von Achsen und Rädern über Sicherheitsbügel bis hin zu Befestigungen.
In diesem Jahr stehen zahlreiche größere Maßnahmen an: Der Austausch von Liftketten, zum Beispiel beim Fjord Rafting und der Schweizer Bobbahn, sowie eine umfassende Revision des Matterhorn-Blitz mit dem Austausch von Zahnrädern und Kette sowie einer Überholung der Motoren.
Auch die Wartung und Reparatur der Pumpen bei Wasserattraktionen gehört dazu. Hinzu kommen umfangreiche Arbeiten an der Bausubstanz: Metallteile werden entlackt, sandgestrahlt und neu beschichtet. Einige Anlagen, wie die Wasserachterbahn Poseidon, erhalten in bestimmten Bereichen sogar eine vollständige Überholung.


Nicht alle Arbeiten finden jedes Jahr statt. Sie folgen einem Wartungsplan, der von den Herstellern vorgegeben wird. Manche Ketten müssen beispielsweise alle fünf Jahre ausgetauscht werden, selbst wenn sie äußerlich noch in gutem Zustand erscheinen. Je älter eine Attraktion ist, desto intensiver ist ihr Wartungsaufwand. Während der Saison werden bereits einzelne Bauteile ausgebaut und überprüft, was die Arbeiten in der Nebensaison erleichtert. Doch bei Attraktionen mit wenigen Zügen, wie Silver Star oder dem Alpenexpress “Enzian”, können größere Maßnahmen erst beginnen, wenn der Park geschlossen ist.
Demontieren, erneuern, ersetzen
Aktuell sind auch Dachdecker auf den Reetdächern der Adventure Food Station und des Seehauses im Einsatz. In den vergangenen Jahren hatte sich die Europa-Park Zimmerei vor allem um kleinere Reparaturen und punktuelle Instandhaltungen gekümmert. In diesem Jahr wurde ein größerer Schritt gewagt: Die Dächer wurden erstmals neu eingedeckt. Insgesamt umfasste das Projekt rund 500 Quadratmeter Dachfläche. Das Reet stammt aus der Türkei, aus einer Region nahe dem Toten Meer. Es wurde in gebündelten Paketen geliefert, auf die Dachlatten verteilt und so angepasst, dass die Halme eine gleichmäßige, geschlossene und leicht geneigte Oberfläche bilden. Stück für Stück entstand so ein harmonisches Gesamtbild, das den authentischen Charakter unterstreicht und zeigt, mit wie viel Sorgfalt und Liebe zum Detail im Park gearbeitet wird.


Bald ist es wieder soweit!
Keine Sorge, ihr müsst nicht mehr lange warten, bis ihr den Europa-Park wieder in vollen Zügen genießen könnt! Das Pre-Opening findet am 22. März statt, die offizielle Saisoneröffnung folgt am 28. März. Bis dahin könnt ihr unsere Wasserwelt Rulantica besuchen, die das ganze Jahr über geöffnet ist. Aktuell erstrahlt Rulantica im Glanz des Nordischen Lichterfests, das ihr noch bis zum 27. März entdecken könnt.

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