Ein flacher, robuster und rubinroter Prototyp

Die Schienen des neuen „Eurosat – CanCan Coasters“ werden aus vielerlei Gründen einzigartig sein. Für Achterbahnbauer gelten seit geraumer Zeit nämlich neue Normen, die eine deutlich robustere Schienenkonstruktion verlangen und damit beständiger sein werden als das Vorgänger-Modell. Aufgrund des begrenzten Platzes in der silbernen Kugel war es zudem notwendig, die Gleise sehr flach zu konzipieren und produzieren. Schließlich wird die Schienenfarbe ein markantes „rubinrot“ sein, das stimmig zum neuen Thema und Kooperationspartner „Moulin Rouge“ gewählt worden ist.

„Auch wenn die Schienen nur an wenigen Stellen für die Besucher sichtbar sein werden, ist die rasante Farbwahl definitiv eine optische Aufwertung“, weiß Patrick Marx, Masterplaner des Europa-Park, und ergänzt: „Bis zum Saisonstart am 24. März werden wir schon zwei Drittel der insgesamt 120 Schienen montiert haben.“

Kurzer Rückblick: der Mitarbeiter von Mack Solutions hat im letzten Jahr bereits das Großprojekt „Voletarium“ aus technischer Sicht begleitet. Parallel dazu liefen schon die ersten Planungen für den Umbau des Klassikers Eurosat. Anfang November 2017 sind schließlich die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen an dem Wahrzeichen im Französischen Themenbereich gestartet nachdem zuvor über 80 Millionen Fahrgäste sicher durch das Weltall manövriert worden sind. Die Familie Mack absolvierte am letzten Tag der letztjährigen Sommersaison gemeinsam die letzte Fahrt mit der am 14. Juli 1989 eröffneten Dunkelachterbahn – ein emotionaler Moment für alle Beteiligten.

Bereit für den letzten Ritt: Jürgen, Michael, Thomas und Roland Mack (v.l.n.r.) freuen sich mit Ed Euromaus auf die Fahrt mit der Eurosat am 05. November 2017

Rund fünf Monate nach der letzten Fahrt kommt die Baustelle gut voran. Zunächst deckten Industriekletterer über mehrere Tage insgesamt 250 verschiedene Dreiecksplatten der silbernen, geodätischen Kugel ab, um den Einbau der neuen Schienen bzw. den Ausbau der alten Schienen zu ermöglichen. Währenddessen lief bei dem Achterbahnhersteller Mack Rides in Waldkirch die Produktion der einzelnen Schienenteile natürlich auf Hochtouren.

„Das Montieren einer Schiene nimmt – rein für den Stahlbau – einen kompletten Arbeitstag in Anspruch“, sagt Felix Koch, Projektleitung & Konstruktion von Mack Rides in Waldkirch, und fügt hinzu: „Stolze 950 Kilo wiegt die Erste der 120 Schienen, die wir Ende Januar 2018 an den Europa-Park ausgeliefert haben.“

Am 31. Januar 2018 ist die erste Schiene des „Eurosat – CanCan Coaster“ angeliefert und direkt verbaut worden

Die in der Eurosat-Kugel vorhandene Hauptstruktur ist übernommen worden. Da jedoch das Zuggewicht wesentlich höher ist als bei der „ersten Eurosat-Version“ und sich auch die Richtlinien geändert haben, wurde eine komplett neue und vor allem wesentlich massivere Schienengeometrie entwickelt. Da in der Kugel nicht wirklich viel Platz zur Verfügung steht – auch wegen den zahlreichen Stützen – besteht das Profil aus vier durchlaufenden Rohren, das sehr flach anmutet.

„Zwei besondere Markenzeichen des neuen Schienensystems sind also die kompakte Bauweise und das speziell entwickelte Profil. Es ist sozusagen ab Sommer ein wahrer Protoyp im Europa-Park im Einsatz“, sagt Felix Koch.

Auch der Zug ist ein Protyp! Hier wurden alle Teile gewichtsoptimiert. Es wurden hierfür einige Fahrzeugteile als schlanke Frästeile ausgeführt und neu entwickelte Elemente wie Sitzgestelle, Achsen und Radkasten speziell an die Gegebenheiten und Platzverhältnisse angepasst. Da die neuen Züge nicht länger werden durften (bzgl. vorhandenen Bahnhofslänge und Bremswege), diese jedoch mehr Komfort haben sollten, wurde beispielsweise der Fußraum vergrößert und auf einen Anhänger verzichtet. So sind die neuen Züge – statt wie bisher 16-Sitzer Züge – nur noch 14-Sitzer Züge. Die neuen Züge werden Sound, Licht und Virtual Reality beinhalten und lehnen sich an das bisherige Zugdesign an.

 

 

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Drehweiche ist das Herzstück

Ein wichtiges Bauteil in der neuen Anlage wird eine Drehweiche sein. Diese wird nach der Schlussbremse installiert und lenkt die Züge einmal in den VR-Bahnhof aus der Kugel hinaus und zum anderen in den normalen bzw. bisherigen Bahnhof. Die Weiche muss höchst präzise positioniert werden, da wir an die Drehweiche mit fünf verschiedenen Schienenenden anschließen werden (VR-Einfahrt, VR-Ausfahrt, Schlussbremse, normaler Bahnhof und Wartungsgleis). Man könnte sagen, die neue Drehweiche ist das könnte das neue Herzstück der Anlage sein.

Im Europa-Park Radio-Talk vom 10. Januar 2018 erläutern Patrick Marx und Tobias Mundinger von MackMedia bereits Details zur neuen, alten Attraktion.

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